Schrift:

Smart City & IT-Strategie · Smart City · Verstetigung · Datenplattform

Smart City verstetigen: vom Förderprojekt in den Regelbetrieb

Wenn die Förderung endet, entscheidet sich, was bleibt. Wir prüfen Smart-City-Vorhaben auf Betrieb, Kosten und Verantwortung und verbinden sie mit der Verwaltungsdigitalisierung, statt sie als Sonderwelt weiterlaufen zu lassen.

Was nach der Förderung passiert

Viele Kommunen haben in Förderprogrammen wie den Modellprojekten Smart Cities in kurzer Zeit viel ausprobiert: Datenplattformen, Sensorik, Dashboards, Beteiligungsformate, digitale Zwillinge. Mit dem Ende der Förderphase stellen sich die gleichen Fragen: Wer betreibt das weiter? Was kostet es im Jahr? Wer ist zuständig, wenn ein Sensor ausfällt oder ein Dashboard falsche Werte zeigt?

Verstetigung heißt, diese Fragen für jedes Projekt zu beantworten – und die Ergebnisse dorthin zu bringen, wo die übrige IT der Stadt schon ist.

Jedes Projekt ehrlich bewerten

Kriterien, nach denen wir Smart-City-Vorhaben am Ende der Förderung bewerten
KriteriumLeitfrage
NutzenWer nutzt das Ergebnis heute, wie oft, und was würde fehlen, wenn es morgen abgeschaltet wird?
BetriebskostenWas kostet der Weiterbetrieb pro Jahr – Lizenzen, Hosting, Wartung, Personal, Ersatzteile?
VerantwortungGibt es einen Fachbereich, der das Ergebnis als seine Aufgabe sieht, oder hängt alles am Projektteam?
AbhängigkeitenGehören Daten und Code der Stadt? Lässt sich der Anbieter wechseln? Was passiert bei Insolvenz?
AnschlussPasst die Lösung zur Zielarchitektur – Anmeldung, Schnittstellen, Datenkatalog, Barrierefreiheit?
NachnutzungKann das Ergebnis anderen Kommunen helfen oder von ihnen übernommen werden?

Daraus folgt je Projekt eine von drei Empfehlungen: weiterführen (mit Betriebsmodell und Budget), umbauen (etwa auf die gemeinsame Datenplattform oder einen offenen Standard) oder sauber beenden (mit Datensicherung, Information der Nutzenden und Dokumentation der Erkenntnisse).

In den Regelbetrieb eingliedern

Verstetigte Smart-City-Lösungen sollten keine Sonderwelt bleiben. Wir helfen, sie in die vorhandenen Strukturen zu bringen:

  • Betrieb bei den IT-Services statt beim Projektteam – mit Übergabe, Betriebshandbuch und Überwachung
  • Anmeldung über das zentrale Konto, Schnittstellen über das gemeinsame Gateway
  • Sensordaten nach OGC SensorThings und im Datenkatalog beschrieben
  • Dashboards und Karten barrierefrei – mit Tabellen-Alternative zu jeder Grafik
  • Fachliche Verantwortung bei einem Fachbereich, technische bei der IT

Smart City und Verwaltung verbinden

Der größte Hebel liegt oft nicht in neuen Sensoren, sondern in der Verbindung mit Verwaltungsprozessen: Ein Füllstandsensor nützt mehr, wenn er automatisch einen Auftrag im Bauhof erzeugt. Eine Mängelmeldung nützt mehr, wenn sie mit Geodaten und Zuständigkeiten verknüpft ist. Ratsinformationen nützen mehr, wenn sie verständlich und barrierefrei auf der Website stehen.

So sieht das bei uns aus

Unser Mängelmelder leitet Meldungen nach Kategorie an die zuständige Stelle weiter und zeigt den Bearbeitungsstand öffentlich. Die Ratssitzungs-Seite holt Termine, Tagesordnung und Beschlüsse automatisch aus den vorhandenen Systemen. Beides sind kleine Dienste, die vorhandene Daten nutzbar machen, statt neue Inseln zu schaffen.

Erkenntnisse weitergeben

Auch ein beendetes Projekt hat Wert, wenn seine Erkenntnisse dokumentiert sind. Wir unterstützen dabei, Ergebnisse für die Nachnutzung aufzubereiten – für die eigene Verwaltung, für Nachbarkommunen und für die Transferangebote der Förderprogramme.